Für mich gibt es keine Hierarchie der Arbeit, auch nicht den Unterschied zwischen Arbeit und Hobby. Ich schreibe mit Freude Gedichte, Sketche, Essays, Predigten. Ich halte gerne wissenschaftliche Vorträge, tobe auf der Bühne herum und fotografiere mit Liebe große Landschaften und kleine Tiere, Steine und Pflanzen. Und ich putze mit Vergnügen Feldsalat, spüle Geschirr, schäle Zwiebeln und Kartoffeln. Ich bin Autoschlosser und Professor, Essayist und Poet, Dorfkind aus dem Bauland (Buchen-Eberstadt) und dem Vorderen Odenwald (Rimbach und Zotzenbach) unn än Monnema Buu. Das Projekt, an dem ich seit über 40 Jahren arbeite, heißt Emanzipation.
Mein Motto nach Matth. 18, 3: So wir nicht werden wie die Kinder, werden wir nicht ins Himmelreich gelangen. Und: „Lachen und Denken – beide zusammen – sind der Verzicht auf die Anstrengung, dumm zu werden.“ (Odo Marquardt)
Susanna Martinez inspiriert mich, hilft mir denken und arbeiten, hält für uns die Augen offen. Menschen, gesellschaftliche Probleme, Licht, Landschaft, Wasser, Pflanzen und Tiere inspirieren mich. Esel und Kühe liebe ich besonders. Ich bin ein Esel-, Kuh- und Sonnenblumenflüsterer. Ihnen trage ich meine Gedichte vor und sie mir ihre. Wir verstehen uns.
Mannheim ist der Ort, von dem aus ich die Welt ertaste, erwandere, erfahre. Straßen, Häuser, Mauern und Grün sprechen meine Muttersprache. Ich liebe unseren Dialekt. Er ist Wahrzeichen unserer Stadt wie der Wasserturm, das Schloss, das Jüdische Gemeindezentrum, die Jesuiten- und die Christuskirche, wie Rhein und Neckar. Und ich behandle ihn mit Respekt. So wichtig wie die Stadt ist mir die Region: Kurpfalz.
Meine größten Erfolge? Wenn vor meinen Augen und unter meinen Händen ein Gedicht entsteht, ein Sketch, ein Essay. Und wenn ich einen Abend lang von der Bühne aus in lachende und denkende Gesichter schauen darf. Das ist unersetzlich. Mehr über mich, meine Veröffentlichungen und Auftrittstermine, die Presse zu meinen Auftritten und Beispiele meiner Kunst und Wissenschaft finden Sie auf dieser Seite.
Berufsaufbauzug an der Wirtschaftsoberschule in Mannheim; Abschluss: Fachschulreife (mit Auszeichnung).
1965 - 1967
Wirtschaftsoberschule in Mannheim; Abitur.
1967
Heirat mit Susanna Martinez (damals hieß sie Gertrud Kramer). Sie hat hohen Anteil an meinen Entwicklungen und Projekten. Wir wohnen seit 1980 in Mannheim-Wallstadt.
Studium
1967 - 1972
Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Mannheim; Abschluss: Diplom-Soziologe (Gesamtnote gut)
Hauptfächer:
Allgemeine Soziologie (Hans Albert)
Spezielle Soziologie (Rainer M. Lepsius)
Sozialpsychologie (Martin Irle)
Wahlfächer:
Politische Wissenschaft (Rudolf Wildenmann)
Allgemeine Pädagogik (Elfriede Höhn)
Schwerpunkte Allgemeine Soziologie: Erkenntnistheorie und sozialwissenschaftliche Theoriebildung (besonders Karl R. Popper und Hans Albert); Logik; Methoden empirischer Sozialforschung. Spezielle Soziologie: Entwicklung und Unterentwicklung; Probleme sozialen Wandels im Zusammenhang mit Industrialisierung. Sozialpsychologie: Sozialisation, soziale Rolle, abweichendes Verhalten. Pädagogik: Curriculumentwicklung, Methodik, Didaktik; Erwachsenenbildung; Sozialisation (Schicht / Milieu) und Schulerfolg. Politik: Politische Bedingungen sozialen Wandels; Systemvergleich Ost-West, Leninismus-Stalinismus; das politische System der USA; das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Diplomarbeit in Politischer Wissenschaft bei Hermann Weber.
Haupt- und nebenberufliche Tätigkeiten
1964 - 1969
In den Ferien, aber auch während des Studiums zur weitgehend eigenen Finanzierung von Schule und Studium Tätigkeit als Lagerarbeiter, Bauschlosser, Kraftfahrzeugmechaniker, Fahrer, Statist am Nationaltheater Mannheim, Nachhilfelehrer.
1969 - 1973
Referent und Leiter von Seminaren und Studienfahrten bei Organisationen der Jugend- und Erwachsenenbildung.
1973 - 1975
Wissenschaftlicher Berater des somalischen Erziehungsministeriums in Mogadischu im Auftrag des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Bonn: Curriculumentwicklung, Lehrerbildung und Materialproduktion (Bücher, Dia-Serien, Filme, Zeitungen, Bausteine für Alphabetisierungsunterricht etc.) für städtische und ländliche Erwachsenenbildung; Beratung der somalischen Regierung auf Ministerebene bei der Entwicklung von Erziehungsprogrammen für das formale und non-formale Bildungssystem; Ausbildung von Counterparts. Aufbau und Einsatz einer kompletten Offset-Druckerei.
Ich hatte die stellvertretende Leitung des Projektes und leitete über acht Monate das Projekt verantwortlich. Neben pädagogischen und organisatorischen Aufgaben hatte ich dabei auch regelmäßig Leitungsfunktionen wahrzunehmen: Projektplanung und -kontrolle, Finanzplanung und -kontrolle, Personalführung und -entwicklung, Verhandlungen mit der somalischen Regierung über weitere Projektperspektiven etc.
1975
Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland; vielfältige nebenberufliche Tätigkeit in der Jugend- und Erwachsenenbildung.
1978 - 1979
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt, Fachbereich IV, Erziehungswissenschaften, Studienrichtung Pädagogik mit der Dritten Welt; Schwerpunkte: Durchführung von Seminaren, Beratung deutscher und ausländischer Studenten, Forschung, Administration.
1979
Wissenschaftlicher Berater des Genossenschaftsverbandes der Erdnuss- und Reisbauern in Gambia/Westafrika im Auftrag des Internationalen Genossenschaftsbundes (ICA), London: Curriculumentwicklung, Lehrerbildung und Materialproduktion für ländliche Erwachsenenbildungsprogramme; Beratung der Genossenschaft und des gambischen Landwirtschaftsministeriums in Fragen der Aus- und Weiterbildung von Bauern und von Lehrern für den ländlichen Raum.
1980
Wissenschaftlicher Angestellter bei der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE) in Mannheim; administrative und pädagogische Tätigkeit.
1980 - 2010
Professor für Soziologie an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundeswehrverwaltung, in Mannheim-Neuostheim. Ausbildung der Studierenden zum nichttechnischen gehobenen Dienst mit Abschluss Diplom-Verwaltungswirt.
1982 - 1985
Lehrauftrag an der Berufsakademie, Ausbildungsbereich Sozialwesen in Mannheim zum Thema Literatur und Sprache.
1988-1997
aktiv auf Bundesebene in der Fachgruppe Psychologie /Soziologie der FHB für öffentliche Verwaltung; 1995 - 1997 Sprecher der Gruppe. In dieser Eigenschaft organisierte ich zusammen mit Dr. Heinz-Peter Gerhardt aus dem Zentralbereich in Brühl/Rheinland mehrere Tagungen, leitete Projektgruppen und hielt Vorträge. Maßgebliche Beiträge zur Curriculum- und Lernplanentwicklung für die Sozialwissenschaften in der FHB.
1988 - 2000
regelmäßig Durchführung von Hochschultagungen ‘Ökologie und Verwaltung’ für Mitarbeiter der Bundeswehrverwaltung und für Studierende des Fachbereichs (zusammen mit Prof. Dr. Rudolf Hauber).
seit 1981
regelmäßig Durchführung von Seminaren zu verschiedenen Themen: Rhetorik, Ökologie, Erkundung der Kurpfalz.
seit 1977
publiziere ich Lyrik und Aphorismen. Seit 1982 veröffentliche ich Satiren und spiele Solokabarett (Bühne, Rundfunk, Fernsehen). Außerdem erscheinen Essays von mir zu sozialwissenschaftlichen Fragen (s. Liste der Veröffentlichungen).
Weiterqualifikation
1975 - 1980
Promotionsstudium im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Universität Frankfurt bei Ernest Jouhy. Dissertation über: ‘Erziehung zur Überwindung von Unterentwicklung? Curriculumentwicklung emanzipatorischer Grunderziehung. Das Beispiel Somalia.’ (veröffentlicht 1982, dipa-Verlag, Frankfurt am Main)
1980
Promotion zum Dr. phil. mit magna cum laude. Das Promotionsstudium ging einher mit einem kompletten Pädagogikstudium, das mit einer gesonderten Prüfung abgeschlossen wurde (Noten: gut und sehr gut). Das Promotionsstudium wurde durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert.
Reisen, Studienaufenthalte und Vorträge
1977
Dreimonatige Studienreise durch den Iran; Studium der Erwachsenenbildung und der allgemeinen Entwicklungsproblematik dieses Landes.
1978 + 1981
Studienreise nach Puerto Rico/Karibik; Beschäftigung mit Fragen der Landflucht, Verstädterung und Auswanderungsproblematik, Kulturumbruch. Danach viele weitere Reisen nach Puerto Rico.
1979
Studienreise durch die CSSR.
1983 + 1992
Studien- und Arbeitsaufenthalte in Senegal und Gambia. Reise durch Polen.
1989 + 1993
1994 + 1995 1997 + 2001
Aufenthalte in Israel.
1992
Auf Einladung des Department of German and Russian Lesung an der University of Vermont, Burlington, USA.
1996
Vortrag auf einem internationalen Literatursymposium in Bydgoszcz (früher Bromberg), Polen. Thema: 'Ein Gedicht ist ein vollkommenes Fragment. Die Bedeutung von Literatur für Individuum und Gesellschaft.' Mehrere Kabarettauftritte und Lesungen auf diesem Symposium und an der Universität von Bydgoszcz vor Deutschdozenten und -studenten.
1996
Vortrag auf einer internationalen Konferenz von Literaturwissenschaftlern an der Universität Breslau. Ebenso Kabarett und Lesung vor Deutschdozenten und -studenten.
1996
Vortrag zur Verwaltungsreform auf einem Kongress des Deutschen Beamten-Bundes in Königswinter.
1998
Vorträge in englischer Sprache an der Hochschule Mannheim auf der internationalen Konferenz ‘Sharing Experience to Increase Internationalization and Globalization in Engineering Education’ anlässlich der Hundertjahrfeier der Hochschule Mannheim. Themen: ‘Professionelle Persönlichkeitsentwicklung und Verwaltungsreform’ und ‘Die Diktatur des rechten Winkels - Soziologie der ökologischen Krise.’
1999
Festvortrag auf der 7. Fachtagung des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker. Thema: ‚Wir sind die Umstände der anderen - ändern wir also die Umstände. Gesellschaftlicher Wandel im Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsentwicklung und Strukturreform.’
1999
Vortrag im Jüdischen Lehrhaus auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart.
Thema: Was geht Auschwitz mich an?
2001 - 2003
Mitarbeit im kommunalen ‚Arbeitskreis Mahnmal’ mit Sprecherfunktion. Der Arbeitskreis bereitete die Errichtung des Mahnmals für die Mannheimer Juden vor P 2 (Nähe Paradeplatz) im Jahre 2003 mit vor.
2003 - 2004
Mitinitiator des 1. und des 2. Kurpfälzer Mund-Art-Festivals
in Mannheim (zusammen mit Bernd Graßmann u. a.)
2004
Auszeichnung mit dem Kulturpreis des Bundes der Selbständigen (BdS) Mannheim-Nord
2005
Auszeichnung mit dem Mannheimer Bloomaulorden
seit 2007
regelmäßige Mundart-Kolumne im WOCHENBLATT Mannheim
2009
Veröffentlichung des Essaybandes ‚Kinder des Wortes’ und des Bandes mit Mundart-Kolumnen ‚Schwöbel’s Woche’ (s. auch Veröffentlichungsliste).
2009 - 2010
Festreden auf der Freisprechungsfeier für die Meisterinnen und Meister der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald im Mannheimer Rosengarten.
Seit Dezember 2010 im Ruhestand.
Weiterhin viele Auftritte mit Satire, Poesie und Dialekt auf der Bühne, im Rundfunk und Fernsehen. Veröffentlichung von Essays, Vorträge auf Tagungen und Kongressen. Predigten in evangelischen und katholischen Kirchen.
2011
Auszeichnung mit der Silbernen Spange durch die Neckarauer Prinzessinnen.