Der Schwöbel-BLOG am Samstag

Es war ein Aufstand gegen den Islam

 

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Gemälde: Waltraud Gossel (Ausschnitt)

Es war ein Aufstand gegen den Islam

Hans-Peter Schwöbel

Wie es im Moment aussieht, ist es den Herrschenden in Teheran ein weiteres Mal gelungen, die Aufstände des mutigen Iranischen Volkes in Blut zu ertränken. Der Terror der Mullahs und ihrer Banden ist so maßlos, dass auch die Tapfersten der Tapferen zurückweichen müssen.

Die Legitimität der Mächtigen im Iran sinkt weiter ins Bodenlose. Wer im Auftrage Allahs mordet, braucht die Legitimierung durch das Volk nicht. Er vernichtet das Volk.

Es gibt gute Gründe, warum militärisches Eingreifen durch die USA und/oder Israel unterblieb. Vielleicht konnte US-Präsident Trump mit seinen Drohungen wenigstens einige hundert Hinrichtungen verhindern. Sicher wissen kann man das wohl nicht.

Dies ist der letzte Ayatollah Khomeini-Satz, den Leon de Winter in seinem DIE WELT-Aufsatz (digital) vom 12. Januar 2026 zitiert:

„Die Menschen können nur mit dem Schwert gehorsam gemacht werden! Das Schwert ist der Schlüssel zum Paradies, das nur für Heilige Krieger geöffnet werden kann!“

Ich zitiere weiter Leon de Winter:

„Was spricht aus diesen Sätzen? Verachtung für die Errungenschaften der Aufklärung und vor allem für die freie, offene Gesellschaft, die so präzise in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 formuliert wurde: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, zu denen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören.“ Es gibt keinen größeren, tieferen, dramatischeren Unterschied zu den Aussagen Khomeinis als diese Worte jener kleinen Gruppe weißer Männer, die zu den „Founding Fathers“ wurden.

Khomeini gelang es, ein Land, das kulturell in der Entwicklung war, einzufrieren. Dazu war es notwendig, abweichende religiöse und kulturelle Konzepte auszurotten. Die linken Bewegungen, die ihn unterstützt hatten, wurden weggefegt. Frauen wurden zum machtlosen Besitz der Männer degradiert. Wie später die Hamas in Gaza, so transformierten die Mullahs das Land zur Ausgangsbasis für einen weltweiten Dschihad, der auf das Erscheinen des Zwölften Imams ausgerichtet war, womit die Apokalypse ihren Einzug hält. Seit 1979 wird Iran von religiösen Wahnsinnigen geführt.

Was die Medien als Aufschrei gegen wirtschaftlichen Niedergang zu charakterisieren versuchten, ist in Wirklichkeit ein Aufstand gegen den Islam, wie er von den Eliten Irans praktiziert wird. Die iranisch-amerikanische Anwältin und Aktivistin Tahmineh Dehbozorgi schrieb auf X: ‚Die westlichen liberalen Medien ignorieren den Aufstand im Iran, weil eine Erklärung sie zu einem Eingeständnis zwingen würde, das sie verzweifelt vermeiden wollen: Das iranische Volk rebelliert gegen den Islam selbst – und genau diese Tatsache zerstört das moralische Weltbild, durch das diese Institutionen die Welt begreifen.‘

In westlichen Ländern marschieren Islamismus und radikale Linke brüderlich Seite an Seite beim Widerstand gegen den Zionismus und die amerikanische Hegemonie. In vielen Medien gibt es dafür wenig Kritik, da der Zionismus als koloniales Missverständnis angesehen wird und die amerikanische Hegemonie als Form des Retro-Faschismus. Mit der Folge, dass das, was in Iran derzeit geschieht – der Versuch, die religiöse Revolution von 1979 rückgängig zu machen – bei den Medieneliten zu Unsicherheit führt. Die grün-rote Koalition des Westens lässt sich nicht zu einer Plattform der Unterstützung für die iranischen Konterrevolutionäre umformen. Deshalb versammeln sich die antizionistischen Demonstranten nicht, um Unterstützung für freiheitsliebende Iraner auszudrücken. Greta Thunberg ist nicht mit einer Flottille auf dem Weg zum Persischen Golf. 

Der Aufstand im Iran ist auch ein Aufstand gegen die Hamas, das grausame Patenkind der Mullahs. Und gegen die Hisbollah, gegen die Huthis, gegen alles, was die Mullahs geeignet finden, um westliche Werte und Normen zu untergraben. Die relative Stille in den Medien und das Schweigen der grünen und roten Milieus bilden den Schlusspunkt des Selbsthasses, der seit dem 7. Oktober 2023 die Straßen westlicher Städte und die Campusse westlicher Universitäten beherrscht. Die Unterdrückung von Schönheit, Freiheit, Zärtlichkeit durch die Tyrannen in Teheran spiegelte sich im Regime der Glaubensfanatiker von Hamas wider. Wer Hamas bewundert, bewundert auch die schiitische Tyrannei.

In Iran versuchen Bürger, ihre Würde zurückzuerobern. Sie enthüllen zugleich, wie schwach unsere Abwehr gegen die Koalition aus radikaler Linker und radikaler Religion geworden ist. Wovon sich die Bürger Teherans befreien wollen, ist identisch mit dem, wovon wir im Westen uns befreien müssen: dem Vormarsch von Islamismus und Neo-Marxismus. Der Untergang des schiitischen Regimes ist daher auch für uns entscheidend.“

Leon de Winter in DIE WELT (digital) vom 12.01.2026.                                                  

Siehe auch: Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 24. Januar 2026

 

Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 31.01.2026  

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