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2016 fanden sich in Schwetzingen Menschen zusammen, die längst gespürt hatten, dass Deutschland und der demokratische Rechtsstaat durch eine irrationale und rücksichtslose Politik unter die Räder zu kommen drohen. Sie gründeten die Bürger-Initiative Aufbruch 2016.
2026 darf diese mutige Gruppe ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Ich hatte die Ehre folgende Festansprache zu halten.
Zehn Jahre Bürger-Initiative Aufbruch 2016 (Teil 1)
Hans-Peter Schwöbel
Februar 2026
Was als Kritik an Menschen, Gesellschaft, Kultur, Ökonomie und Politik Segen sein könnte, kann sich, an die Macht gekommen, in einen neuen Fluch verwandeln - der neue Kritik und neuen Widerspruch notwendig macht.
Die Menschen, die in Deutschland den Wiederaufbau nach dem Krieg getragen haben, haben viel Geist und Kraft aufgewandt, um ihr Leben und ihre Welt zum Besseren zu wenden. Dabei ist viel geglückt an Wiederaufbau, Humanum, Demokratisierung, Versöhnung, Aufklärung und Emanzipation. In geschichtlichen Dimensionen gesprochen, handelt es sich um eine große, gelungene Kulturrevolution – incl. der Deutschen Einheit. Darauf können wir stolz sein.
Verglichen mit der Kulturrevolution, die wir Deutsche nach 1945 geleistet haben, sind die Französische Revolution und die Oktoberrevolution 1917 in Russland Tohuwabohu: Irrsale und Wirrsale – wie der Jüdische Philosoph Martin Buber das Hebräische Wort übersetzt hat.
Natürlich haben wir Aufbauer (Geburtsjahrgänge etwa von 1930 bis 1970) nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ALLES richtig gemacht aber auch nicht ALLES falsch. Wörter wie „immer“, „alles“ oder „nie“ sollten in einem wissenschaftlichen Sprachgebrauch nur ausnahmsweise vorkommen.
Manches musste ungetan bleiben. Und manch gute Entwicklung zeigte später ihre Schattenseiten, wie es in der Geschichte häufig vorkommt. Der Jüdische Soziologe Isaiah Berlin sagt, Menschen lösen Probleme und schaffen damit neue, die von nachfolgenden Generationen wieder gelöst werden müssen. Der Jüdische Erkenntnistheoretiker Karl Popper sagt: „Alles Leben ist Problemlösen.“
Angesichts dessen ist das Geplärre der verwöhnten Greta Thunberg reine Wichtigtuerei: „You have stolen my dreams, You have stolen my childhood! How dare You!“
Ich wurde im November 1945 in ein zerstörtes Land, in ein schuldbeladenes Volk und in eine kaputte Familie geboren. Ich und Millionen andere hätten tausend Gründe gehabt, unsere Eltern und Vorgängergenerationen zu verdammen. Wir haben es nicht getan, sondern uns auf den Weg gemacht, um eine andere Kultur zu entwickeln als jene, die nach Auschwitz führte.
Wird fortgesetzt.
Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 21.02.2026








